SPD Bürgergespräch beim Aubräu

Bürgergespräch der Traunsteiner SPD mit OB und Kandidaten

Themen waren Schulen und Kinderbetreuung, Radfahren und Parken, Kultur und der neue Campus am Bahnhof

„Das heutige Bürgergespräch ist das erste in einer Reihe von Veranstaltungen, bei denen wir mit dem Bürger sprechen wollen“, so eröffnete Peter Forster, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Traunsteiner Stadtrat, das Treffen von Bürgerinnen und Bürgern mit dem Oberbürgermeister und Kandidaten für die Stadtratswahl im März im Gasthof Aubräu

Zunächst hatten die Kandidatinnen und Kandidaten Gelegenheit, sich vorzustellen. Oberbürgermeister Christian Kegel bedauerte es, dass Waltraud Wiesholler- Niederlöhner dem nächsten Stadtrat nicht mehr angehören wird. „Ihre langjährige Erfahrung wird uns sehr fehlen, sie steht für Verlässlichkeit, große Sachkunde - und sie kannte alles und jeden in Traunstein“, so der Oberbürgermeister. „Die Kandidatenliste zeigt einen breiten Querschnitt der Traunsteiner Bevölkerung, die Bewerber stammen aus den unterschiedlichsten Bereichen: Jung und Alt, Handwerker, Sozialarbeiter, Lehrerinnen, Technologen, Fachleute für Digitalisierung, Beamte, Personal- und Betriebsräte. Da ist viel Fachwissen vorhanden, aber auch viel Engagement für die Stadt Traunstein.“ Kegel berichtete von seinem Amtsantritt vor fünfeinhalb Jahren, als er überrascht war, gewählt worden zu sein. „Es waren keine einfachen, aber doch gute Jahre“, sagte er. Er habe sich immer bemüht, keine Parteipolitik zu machen, sondern Sachpolitik. Es sei viel für Traunstein erreicht worden. Schon seit Jahren investiert die Stadt Millionen in ihre Schulen: Erweiterungsbau der Kohlbrenner-Mittelschule, Sanierung, Erweiterung und Ausbau der Ludwig-Thoma-Grundschule, Beginn des Erweiterungsbaus der Grundschule Haslach und nächstes Jahr Planung für den Ausbau der Grundschule Kammer, wo auch schon der Kinderhort erweitert wurde. Neubau einer Kindertagesstätte mit Familienzentrum an der Vonfichtstraße. Sozialer Wohnungsbau sei ein weiteres Thema, das der SPD wichtig ist, so setzte sie sich für den Bau von 12 Wohnungen im sozialen Wohnungsbau in Haidforst ein, die im Oktober bezogen wurden, ergänzte Peter Forster. Auch im neuen Baugebiet Chiemseestraße solle es einen Anteil von Sozialwohnungen geben. In Traunstorf können 40 Wohngebäude im Ansiedlungsmodell errichtet werden, und zwar erschwinglich mit 250 Euro/Quadratmeter, wenn ein Bewerber die Höchstzahl an Punkten nachweisen kann, nicht das Doppelte, wie fälschlich verbreitet wurde. Auch in Schmidham und in Seiboldsdorf könne es ein Ansiedlungsmodell geben. Dass aktiver Klimaschutz für ihn als Oberbürgermeister und für die SPD eine Aufgabe höchster Priorität sei, zeige sich auch am Beispiel der Renaturierung des Hochmoores in der Pechschnait, erklärte Christian Kegel. Diese Maßnahme habe die SPD schon immer unterstützt. „Hier geht es um praktischen Umweltschutz, Hochwasserschutz und Artenschutz“. Als passionierter Radfahrer setzte sich Stadtratskandidat Peter Wiesnet für sicheres Radfahren vom Stadtrand bis in die Innenstadt ein. Im Übrigen müsse die Innenstadt so weit verkehrsberuhigt werden, dass Fußgänger und Radfahrer Vorrang haben. Damit kam das Thema „Parken“ in die Diskussion. Der Oberbürgermeistererklärte, es komme darauf an, dass Autofahrer und Radfahrer sich den Straßenraum teilen und dass deshalb den Autofahrern Möglichkeiten zum zentralen Parken in Parkhäusern angeboten werden müssten. Auf eine Frage aus dem Publikum, ob beim Bau einer Tiefgarage unter dem Karl-Theodor-Platz mit Problemen durch Grundwasser zu rechnen sei, antwortete der OB, dass dieser Fall bereits überprüft worden sei. Es sei technisch machbar, erfordere aber einen erhöhten Aufwand. Auch auf dem Festplatz könne auf städtischem Grund ein Parkhaus errichtet werden, mit einer Zufahrt zur Bundesstraße, damit die Anlieger in der Siegsdorfer Straße vom Lärm entlastet werden könnten. Ein wichtiges Thema war auch der neue Salinenpark. Silvia Nett-Kleyboldt, Stadtratskandidatin, lobte den wunderschönen Blick auf die Salinenhäuser, der sich ankommenden Besuchern bietet. Auch die Fünferpfanne sei wieder ein Schmuckstück und ergänze das Salinengelände ganz ausgezeichnet. Gerhard Hübner, ebenfalls Stadtratskandidat, hob hervor, dass ein Großteil des Geländes bei der Baumaßnahme entsiegelt wurde.
Stadtratskandidatin Silvia Bauer freute sich über das neue Kulturforum Klosterkirche. „Es sollte endlich Schluss damit sein, nur über die Kosten zu reden! Mit der Klosterkirche hat Traunstein einen wunderschönen Raum für Konzerte, Theater und viele weitere Veranstaltungen bekommen, wo inzwischen schon einige Aufführungen stattgefunden haben und noch stattfinden werden bis zur Einweihung im nächsten Frühjahr.“ Das bekräftigte der Oberbürgermeister und ergänzte: „Im Übrigen sind die Kosten absolut im Rahmen, was sich auch im Vergleich mit anderen Bauwerken, z.B. in München, immer wieder bestätigt. Kostensteigerungen waren angesichts der Probleme beim Eingriff in den Bestand und durch die Auflagen des Denkmalschutzes zu erwarten“. Gefragt wurde auch, wie es weitergeht mit dem Heimathaus. Peter Forster erklärte, dass die Stadt das Nachbarhaus (das „Radl-Mayer-Haus) dazu erwerben konnte, und dass damit mehr Raum für die Ausstellungen und die Lagerung von Exponaten vorhanden sei. Eine konkrete Nutzung bleibe einer Fachfirma vorbehalten, die ein Konzept dazu erstellen soll. Nach der Zukunftsplanung für Traunstein gefragt, erklärte Kegel: „Die Stadt begrüßt es, dass die Technische Universität Rosenheim, die IHK und die Handwerkskammer Oberbayern ein gemeinsames Projekt „Bildungscampus“ verwirklichen wollen. Damit wird die jetzt schon vielfältige Schullandschaft in Traunstein weiter aufgewertet.“ Im Anschluss daran ergaben sich noch angeregte Gesprächen von Bürgern und Kandidaten, ehe die Veranstaltung zu Ende ging.